Die als Susanne Schüller geborene Künstlerin besuchte als Mädchen die Schwarzwaldschule, die jungen Frauen zu beruflicher Eigenständigkeit verhelfen sollte. Nach dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 floh ihre jüdische Familie aus Österreich zunächst in die Schweiz, bevor sie 1941 über Paris und London in die USA (1941) emigrierte. Mit ihrem Lehrer und späterem Ehemann Beys Afroyim (1893–1984, Hochzeit 1945, Scheidung 1950) bereiste sie die USA und porträtierte bekannte emigrierte Künstler, Schriftsteller und Wissenschaftler wie Thomas Mann, Arnold Schönberg, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel oder Otto Klemperer.
1949 verließ die unter dem Namen „Soshana“ wirkende Künstlerin die USA. Es folgten Aufenthalte in Holland, England, Polen, aber auch in Österreich, wo ihr Vater wieder lebte. 1952 ließ sie sich in Paris nieder. Hier kam sie in Berührung mit der École de Paris und dem Informel; beides spiegelt sich in ihrem künstlerischen Werk wider. Sie arbeitete unter anderem im ehemaligen Atelier von Paul Gauguin und entwickelte eine Freundschaft zu Alberto Giacometti. Weitere teils enge Freundschaften entwickelten sich unter anderem zu Jean-Paul Sartre, Ossip Zadkine, Yves Klein oder Sam Francis. Hervorzuheben ist auch ihre künstlerische Bekanntschaft mit Pablo Picasso, der sie 1954 porträtierte. Durch Aufenthalte im asiatischen Raum hielten kalligrafische Züge in ihren Arbeiten Einzug, bei Reisen durch Afrika traf sie etwa auf Albert Schweitzer. Aber auch China, Mexiko oder Südamerika zählten in dieser Zeit zu den Destinationen der Vielgereisten. Nachdem sie sich 1972 in Israel niedergelassen hatte, kehrte sie nach dem Ausbruch des Yom-Kippur-Krieges (1973) nach New York zurück.
Mitte der 1980er Jahre übersiedelte die Künstlerin nach Wien, wo sie sich unter anderem mit den Themen der Shoah oder des Alleinseins auseinandersetzte. Trotz einer Augenkrankheit im höheren Alter hörte sie nicht auf zu reisen und zu malen. Ihr Werk umfasst mehr als 3.000 Bilder, von den Porträts berühmter Kollegen und Intellektueller, die die Anfangszeit ihres Schaffens dominierten, bis zum abstrakteren Spätwerk.
Die Werke der Künstlerin wurden weltweit in zahlreichen Ausstellungen gezeigt – ihre erste eigenständige Ausstellung fand 1948 in Havana statt – und befinden sich in diversen internationalen Sammlungen. 1997 widmete die Galerie im Palais Palffy Soshana eine erste große Retrospektive. Es folgten Wiener Ausstellungen unter anderem im Palais Harrach, in der Galerie Prisma, an der Akademie der bildenden Künste oder in der Galerie Lilly’s Art anlässlich ihres 85. Geburtstages (2012). 2010 erschien mit „Soshana. Leben und Werk“ die erste umfassende Monografie zum Leben und Werk Soshanas, 2014 wurde eine ORF-Dokumentation „Überall alleine – Die Malerin Soshana“ über die Künstlerin ausgestrahlt.
2008 erwarb die Österreichische Nationalbibliothek den schriftlichen Vorlass von Soshana Afroyim. Die Künstlerin verstarb 2015 in Wien. (Wien Geschichte Wiki)

