Schatz Otto Rudolf (1900 – 1961)

Otto Rudolf Schatz (8.1.1900 Wien – 26.4.1961 Wien), war ein österreichischer Maler, Grafiker und Bühnenbildner.

1915–1918 und 1918/19 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Wien bei Oskar Strnad. Im Ersten Weltkrieg leistete er Kriegsdienst in der Ukraine und kehrte, geprägt durch die Lebenswelt der Vagabondage, als Pazifist zurück. An der Schnittstelle zur Literatur schuf er expressionistische Malerei und Grafik unter dem Eindruck ungarischer Exilkünstler wie Béla Uitz, Lajos Kássak und János Máttis-Teutsch in Wien.

1923 erfolgte die Ausstellungsbeteiligung von Schatz mit dem Hagenbund in der Galerie Helikon in Budapest.  Ab 1923 hatte er einen Vertrag mit der Neuen Galerie Wien von Otto Nirenstein, wo 1924 seine Personale stattfand und deren Räume er für den Weihnachtsmarkt 1924 mit Wandmalereien gestaltete. Ab 1924 malte Schatz neusachlich-konstruktive Motive der Arbeiterkultur und Industriedarstellungen.

1925–1933 schuf er Werke der Neuen Sachlichkeit.  1923–1938 beteiligte er sich an Ausstellungen des Hagenbunds, ab 1928 als Mitglied. Dort zeigte er Hauptwerke neusachlicher, epischer Malerei mit sozialkritischem Inhalt.

Nach Bürgerkriegsereignissen 1934 floh Schatz aus Wien und lebte zeitweise in Brünn und dem Salzkammergut. Außerdem widmete er sich der Landschaftsmalerei auf Reisen mit seiner jüdischen Ehefrau. 1937 malte er New-York-Ansichten in abstrahierend, modernistischem Stil, die er dort in der Artists´ Gallery zeigte. Unter erheblichem Presseecho präsentierte er diese anschließend in der Ausstellung „New York. Reisebilder“  in der Neuen Galerie in Wien. Er beteiligte sich 1937 an der Hagenbund-Ausstellung in Brüssel, im gleichen Jahr wurde eine Kollektion seiner New-York-Bilder im Hagenbund in Wien gezeigt.
1938 erhielt er Arbeits- und Ausstellungsverbot und lebte ab 1941 in Prag, wo er Landschaftsminiaturen malte. Als oft nur wenige Quadratzentimeter große Wiedergabe tiefenräumlicher Landschaftsprospekte des Alpenraums sind die Bilder dieser Serie, in denen er das Motiv der Weltlandschaft der Niederländer unter dem Eindruck der eigenen, autobiografischen Marginalisierung als Künstler revidierte, herausragende Werke der Exilkunst.
1944/45 wurde er verhaftet und in verschiedenen Arbeitslagern und im Konzentrationslager Gräditz interniert. In einer gezeichneten Bilderserie stellte er Szenen des Lageralltags und den Naziterror dar. Im November 1945 kehrte er aus Prag nach Wien zurück.

1946–1961 wurde Schatz durch Kulturstadtrat Viktor Matejka gefördert und begleitete malerisch den Wiederaufbau- Er erhielt Aufträge für Fresken und  gewann 1951 den Wettbewerb für ein Mosaik im Westbahnhof. Außerdem gestaltete er Sgraffiti und Mosaike an Wiener Gemeindebauten, z. B. für 100.000 neue Wiener Gemeindewohnungen 1955–1957 für die Wohnhausanlage Franz-Novy-Hof im 16. Wiener Bezirk.

Seine Werke befinden sich in der Albertina, dem Belvedere, dem Wien Museum, dem Leopold Museum und der MUSA-Kunstsammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien, außerdem in St. Pölten, den Landessammlungen Niederösterreich und in dem Museum Moderner Kunst Wörlen in Passau.

„Kai mit Fischernetzen“

Mischtechnik auf Papier
links unten monogrammiert
39 x 49 cm